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| Der Künstler
- Das Buch "Fusione d'immagine" |
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Einführung:
In seiner Bildhauerei hat Sergio Dalla Mora einer unmissverständlicher
Originalität immer gefolgt. Die Werke, die er wenigstens
in den letzen zehn Jahren erzeugt hat, haben nicht zu
tun mit dem kosmopolitischen Manierismus, der heute schon
herrschend ist. Vielleicht aus diesem Grund auch hat er
wichtige Anerkennungen bekommt (fünfzehn Preise in
fünfzehn Wettstreiten nur in den letzten vier Jahren),
aber er hat auch die Verwirrung und die Bestürztheit
der ordentlichen Beobachter verursacht. |
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Schon am Anfang arbeitet
er aus den gewöhnlichen Regeln der Bildhauerei: eine
Reihe von Marmorskulpturen (Marmor ist sein bevorzugter
Stoff), die auf einem symbolischen Konzeptualismus begründet
sind, als eine Wiederholung und einer Spiegelung des Motivs.
Als er heute seinen selbständigen Anfang nicht verleugnet,
weiterfuhrt er seine personelle Rede. Er konzentriert
sich auf geschlossene Gruppen von Figuren in Blocken,
die ein einziges generelles Thema haben: Etwas, das geschichtlichen-symbolischen
Quotient mit einer rohen Expressivität verbindet,
und das in vielfältigen einheitlichen plastischen
Lösungen übersetzt ist. Einmal ist diese eine
personelle Bildhauerei, ohne den leichten zeitgemäßen
Geschmack in Betrachtung zu nehmen.
Vor einigen „ausgemalten“ Parallelepipeöde
hat man fast die Empfindung, vor römischen oder frühchristlichen
Sarkophagen zu stehen. Aber merkt man früh, dass
die Erzählung nicht auf der Fläche ist und einem
logischen Schreiben nicht folgt, mit der gewöhnlichen
Entwicklung von links nach rechts.
Dalla Mora drückt sich in der Tiefe aus, indem er
die Seiten des Blockes zusammenschweißt und in diesen
Seiten außerordentlich jedes Detail schmelzt, mit
visuellen Wegen, die in jede Direktion sich winden, sogar
senkrecht, und zwar in den tiefen Marmorgravierungen,
wie man, zum Beispiel in der römischen Symbolik beobachten
kann, die er „SPQR“ benennt hat.
In dem Carraramarmor hervortauchen verschiedene sinnbildliche
Hinweisen: die Wölfin mit den Zwillingen, die Helme
der Fußtruppe, die Kavallerie, die Kampfwagen, die
Schilde, die Beinschienen, die beflügelte Viktoria,
der Lorbeer, die Kraft des Rechtes. Diese ist die Synthese
der römischen Kultur: es ist fast eine Beziehung
auf die Säule von Trajan, obwohl aus einem verschiedenen
Gesichtpunkt.
Diese verschiedene Elemente sind einheitlich und ohne
Unterbrechung zusammengefügt. Es gibt keine Pause,
keine Ruhe: alles ist belebt und wunderbar gleichartig
durch Einschnitte, Kreuzungen, vorspringende Gestalten,
Haken, geschlossene Dreieckmessungen, Spirallinien, Dreiecke
und Trapeze, Aushöhlungen, herausstreicht Elemente,
Sgraffitos und Auskehlungen gemacht.
Diese Struktur erhalten ihre wesentliche Bedeutung und
bleibt gleichartig in seiner Beziehung auf verschiedene
Style und in seinem Mehrwertigkeit.
Man kann diese Lösung in anderen Blocken auch sehen,
wie in dem Block über die Symbolik von Venedig, der
noch mehr raffiniert und auch mehr kühn ist, weil
er geschichtlich verschiedene Elemente wie die Byzantinische,
Gotische und Renaissance Style kombiniert, und weil er
versucht, etwas flüssig und ätherisch wie die
existenziale Bedenklichkeit und die psychologische Beweglichkeit
von Venedig zu repräsentieren.
In diesem schönen rosigen Marmor von Portugal fällt
die strenge und fliehende Figur des Dogen ins Auge, der
mit dem vielgestaltigen Schicksal seiner Stadt untrennbar
verbunden ist, und sie ist vom Symbol des Markuslöwen
fast aufgesaugt.
Das ist das Kennzeichen von Dalla Mora: eine Figur entwickelt
sich aus einer anderen Figur, und alle die Figuren umstrukturieren
sich, indem sie sich in ein einheitliches Gewebe einklemmen.
Dieses Kennzeichen kann man auch in anderen neuen Skulpturen
bemerken: in den „Walküren“, die rhythmisch
und streng gotisch sind, im „Hirt von Seelen und
Schafe“, der eine starke Geistlichkeit hat, im „Filò“
und im „Pegasus“, die Veränderungen in
die Gestalten, symbolisches Einklemmen, Wiederspiegelung
und Angemessenheit zeigen.
Das ist eine Bildhauerei von starker Ausdruckskraft und
stilistischen Autonomie, die sich durch das Symbol und
durch die Struktur einer bewegten, lebender und heftigen
Plastik äußert.
Wie Ruskin über solche vielbewunderte gotische Durchstiche
von Venedig sagte, die Luft und das Licht treten in die
Skulptur ein, und beteiligen sie am wirklichen Leben.
Die Vergangenheit und der Gegenwart verbinden sich wunderbar.
Paolo Rizzi |
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